Keramische und andere gefäße

Den Großteil der archäologischen Funde repräsentiert Keramik. Einigen vorgeschichtlichen Kulturen gab die typische Keramik sogar ihren Namen. Gerade das Studium von Verzierungs- und Herstellungstechniken der Keramik ermöglicht die chronologische Grundgliederung der Fundsituationen. Einfach gesagt: Keramik der Lausitzer Kultur sowie der Slawen kann klar identifiziert werden, weil sie in einem ähnlichen, oft sogar identischen Stil innerhalb des ganzen Siedlungsgebietes des einen oder anderen Volkes hergestellt wurde.

Keramik der Lausitzer Kultur scheint uns oft äußerlich schöner und qualitätsvoller zu sein als die spätere slawische Keramik. Sie ist noch nicht mit Hilfe der Töpferscheibe hergestellt worden, ihre Schöpfer waren aber fähig, eine äußerst hohe Qualität der Erzeugnisse zu erreichen. Die schönsten Produkte sind hartgebrannt, schwarz, bis zum Hochglanz poliert, die Verzierung ist oft sehr reich. Sehr selten kommen die Überreste von Bemalung auf Keramik vor. Neben der Keramik existierten auch Bronzegefäße, es handelte sich jedoch um solch teuere und luxuriöse Gegenstände, dass sie gewiss nicht zum alltäglichen Gebrauch bestimmt waren. Am meisten handelte es sich um Bronzetassen mit üppiger Treibverzierung. Ihre Form ist gleich wie bei den obenerwähnten Keramiktassen, oder, genauer gesagt, die Keramik versuchte in einigen Fällen diese seltenen Metallgefäße nachzuahmen.

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 (photo Muzeum Těšínska, p. o.)Die slawische Keramik
ist auf den ersten Blick grober, wir können jedoch die Handfertigkeit deren Hersteller nicht unterschätzen. Im Unterschied zur Hallstattzeit haben die Slawen des 9. Jahrhunderts die Töpferscheibe gekannt und benutzt. Die Keramik ist hartgebrannt und die Tonmasse wurde noch durch Magerungsmittel aufgebessert. Die Gefäße sind am meisten mit der sog. slawischen Welle verziert, die wir in verschiedenen Formen bis zum Hochmittelalter finden können. Beobachten kann man jedoch auch andere Typen von Verzierung. An den Gefäßböden befinden sich manchmal Töpfermarken, die vielleicht zur Identifizierung der Erzeugnisse gedient haben; ihr vermuteter kultischer Charakter ist diskutabel. Aus Chotěbuz stammen mehrere Gefäße mit solchen Bodenmarken und ihr Vorkommen wird mit großmährischen Einflüssen in Zusammenhang gebracht. Einen im slawischen Umfeld typischen Gegenstand repräsentiert die sog. Röstpfanne. Weit verbreitet waren sicherlich die Holzgefäße, wie z. B. große und kleine Eimer, Schalen, Körbe usw., diese bleiben jedoch praktisch gar nicht erhalten. Metallgefäße sind sehr selten, sie gehörten nicht zum alltäglichen Standard.