Kleidung

jehliceVon vorgeschichtlicher Kleidung zu sprechen ist schwer – wir können nur vermuten, dass die dominanten Materialien Wolle und Lein gewesen sind, eine gewisse Rolle könnten aber sicherlich auch Leder und Pelze gespielt haben. Weberei und Tuchmacherei waren schon lange bekannt, genauso wie die Verwendung von Naturfarbstoffen. Im Laufe der Bronzezeit verbreiteten sich Bronzenadeln als Gewandteile und allmählich sind auch Fibeln hinzugekommen.

Das bronzezeitliche Volk schmückte sich gerne. Außer den obengenannten Nadeln, die reich verziert waren, existierten auch Halsringe, große massive dekorative Fibeln, Armbänder, oder dekorative Anhänger in Form von kleinen Ringen oder Brillenspiralen. Bronze als Hauptmaterial wurde allmählich durch ein weiteres Metall – das Eisen – ergänzt. Gold und Silber sind im Rahmen der Region äußerst selten. Aus Chotěbuz stammt aus dieser Zeit ein massiver eiserner Armring. Man fand hier auch einige Fragmente von Glasperlen.

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Bei den Slawen ist die Situation etwas klarer. Aus Chotěbuz kennen wir Belege für sowohl den Anbau von Lein als auch die Schafzucht. Wir wissen, dass die großmährische Elite schon imstande war, Seide anzukaufen. Dieses Material war jedoch nur für die Reichsten bestimmt. Mit dem Verspinnen von Wolle hängt ein unter den Funden sehr häufiger Gegenstand zusammen: der Spinnwirtel. Mit der Textilherstellung auf Chotěbuz hängt auch der Fund einer Schere zusammen. Stoffe wurden mit Naturfarbmitteln gefärbt und Buntheit war erwünscht, manchmal aber schwieriger zu erreichen. Von den typischen Farben kann man relativ leicht das Gelb, Grün und Braun oder Rot gewinnen. Tiefrote und blaue Farbe waren selten und schon auf den ersten Blick symbolisierten sie Vornehmheit.


In der ganzen slawischen Welt finden wir eine solche Vielfalt von Schmuck, dass man nicht alle Arten beschreiben kann. Von den typischsten Ornamenten seien die Ohrringe genannt, die gewöhnlich aus Bronze oder Silber, selten aus Gold hergestellt und manchmal nur versilbert oder vergoldet waren. Die Kollektion von 15 versengten Ohrringen aus unserem Burgwall verweist auf den großmährischen Stil und deutet somit einen starken Einfluss Südmährens auf Chotěbuz nach seiner Eroberung an. Im großmährischen Umfeld findet man außerdem noch Knöpfe, d.h. dekorative Kugelchen zum Verschluss des Gewandes, sowie verschiedene Typen von Anhängern und oft auch üppig verzierte Riemenzungen – von diesen Gegenständen wurde auf Chotěbuz jedoch keiner gefunden. Ein typisch slawischer Schmuck der Jungburgwallzeit waren dann die Kopfschmuckringe, gewöhnlich mit S förmiger Schleife, die an einem Stirnband angebracht oder ins Haar eingeflochten waren (daher werden sie auch Lockenringe genannt). Aus Chotěbuz kennen wir ein silbernes Exemplar.

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Genauso wie in der Hallstattzeit, hat man auch im Frühmittelalter Glasperlen von verschiedener Form hergestellt. In dem Burgwall wurde auch das Fragment von einer großen Bronzeperle gefunden. Von den anderen Schmuckstücken, die aus slawischem Umfeld bekannt sind, sei in unserem Burgwall der Fund von zwei Ringfragmenten erwähnt. Es ist wahrscheinlich, dass außer den Metall- und Glasornamenten auch Naturmaterialien beliebt waren, die sich jedoch schlechter erhalten.

opasek6Häufig sind im slawischen Umfeld die Erzeugnisse aus Knochen und Geweih. Gegenstände aus diesen Materialien wurden jedoch im Burgwall von Chotěbuz bisher nicht entdeckt. Ein wichtiges Material war auch Leder. Ein langer Ledergürtel war nicht nur ein praktisches Accessoire, sondern aufgrund der Verzierung repräsentierte er auch seinen Besitzer. Besonders das Kriegergefolge musste auch qualitätsvolle Lederschuhe zur Verfügung gehabt haben, bei einfachem Volk würden wir eher anderen Materialien begegnen.