Vorgeschichte
Die Ergebnisse langjähriger archäologischer Ausgrabungen zeigen, dass die Fundstelle in zwei Etappen besiedelt wurde: zuerst von dem Volk der Lausitzer Kultur am Ende der Bronzezeit und danach von den Slawen im Frühmittelalter.
Wussten sie, dass:
Die Hallstattzeit ist nach der österreichischen Fundstelle von Hallstatt benannt, wo sich eines der früheisenzeitlichen Hauptzentren des Europas jenseits der Alpen befand.
Der Lausitzer Kulturkomplex hat sich während der Jungbronzezeit herausgebildet, ungefähr seit der Mitte des 14. Jahrhunderts v. Chr. Er existierte auch in der Spätbronzezeit und auf einigen Gebieten überging er sogar in die Früheisenzeit, die wir auch Hallstattzeit nennen. Innerlich gliedert sich der Lausitzer Kulturkomplex in drei Phasen: die Lausitzer, schlesische und Platěnicer Phase. Um die Mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr. wurde er von der dominanten Latènekultur abgelöst, die schon die Späteisenzeit repräsentiert. Der Burgwall von Chotěbuz-Podobora gehörte somit zu einem lebhaften Kulturkreis, der in Schlesien 900 Jahre Entwicklung erlebte
Die Fundstelle von Chotěbuz-Podobora wurde zum ersten Mal von dem Volk der schlesischen Phase des Lausitzer Kulturkomplexes in der Spätbronzezeit besiedelt, ungefähr an der Wende vom 10. zum 9. Jahrhundert v. Chr. Diese älteste Besiedlung konzentrierte sich im Bereich der Akropolis. Vermutlich schon zu dieser Zeit wurde ein Graben ausgeschachtet, der die Akropolis von der späteren Vorburg abgetrennt hat. Die erfassten Kulturschichten zeigen, dass die Siedlung am Anfang der Früheisenzeit, etwa gegen Ende des 8. Jahrhunderts v. Chr., erobert wurde. Nach einem Siedlungshiatus wurde der Ort in der 1. Hälfte des 7. Jahrhunderts v. Chr. wieder von dem Volk der Lausitzer Kultur besiedelt. In dieser zweiten Etappe entstand allmählich die Wallbefestigung, die später noch erweitert wurde und es bildete sich ein vollwertiger Burgwall heraus. Am Ende der Hallstattzeit in der Mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr. wurde Chotěbuz-Podobora niedergebrannt und hiesige Besiedlung ist bis zur Ankunft der Slawen untergegangen.
Die folgenden Jahrhunderte, die als Latènezeit bezeichnet werden, verliefen im Zeichen der Genese der Kelten. Im ersten vorchristlichen Jahrhundert begann die keltische Zivilisation zu verfallen und wurde in Mitteleuropa von den Germanen abgelöst. In der Archäologie bezeichnen wir diese Periode als die römische Kaiserzeit. Seit dem 4. Jahrhundert n. Chr. kam es dann zu dramatischen Ereignissen, die in eine ungefähr zweihundert Jahre dauernde Völkerwanderungszeit ausmündeten. Am Ende dieser komplizierten und chaotischen Ära, in deren Laufe das Weströmische Reich gefallen war und die barbarischen Stämme das Fundament von mittelalterlichen europäischen Staaten gelegt haben, traten die Slawen auf die Bühne der Geschichte.
