In der küche
Welche Bedeutung hatte das gemeinsame Essen?
Die Zubereitung von Speisen und das gemeinsame Essen hatten in der Vorgeschichte und im Mittelalter eine große Bedeutung. Der Herrscher und sein engstes Gefolge stärkten ihre Machtposition durch die Festschmäuse. Je prunkvoller der Schmaus, desto bedeutender der Herr. Die Ausstattung von solchen Festschmäusen findet man dann vor allem in den Gräbern der Herrscher, die prachtvolle keramische bzw. gläserne Schüsseln, Töpfe oder Becher enthalten.
Was haben die vorgeschichtlichen und frühmittelalterlichen Menschen gekocht?
Sehr verbreitet war Brot, das eher als Fladenbrot ausgesehen hat. Uns würde es wohl an das heutige Vollkornbrot erinnern. Auf der Speisekarte erschienen auch verschiedene Breie, vor allem Getreidebreie (meistens gesalzen). Die Speisen wurden mit Salz, Honig oder Kräutern (Majoran, Minze, Kümmel) abgeschmeckt. Pfeffer und Zimt waren selten, denn sie mussten importiert werden, so dass sie nur von den Reichsten benutzt wurden. Das Fleisch wurde hauptsächlich gebraten, gekocht sowie geschmort, das Rösten war vermutlich komplizierter.
Alle naschen und feiern gern! Und wie war es in der Vorgeschichte und im Frühmittelalter?
Im Frühmittelalter nehmen wir die Existenz von Süßgebäck an (in der Vorgeschichte sind wir uns nicht sicher). Es handelte sich vor allem um Kuchen, die bei verschiedenen Ritualen verwendet wurden und ein Symbol der Ernte repräsentierten. Von einem solchen Ritual bei den Slawen auf der Insel Rügen berichtete im 12. Jahrhundert der Geschichtsschreiber Saxo Grammaticus. Bei der Zeremonie brachte der Priester einen großen Honigkuchen, hinter dem er sich verbarg. Dann fragte er die Versammelten, ob sie ihn sehen und sie haben ihm rituell geantwortet: „Ja“. Der Priester hat erwidert, dass er wünsche, sie würden ihn das nächste Jahr nicht sehen, d. h. es möge die Fülle herrschen und der Kuchen noch größer sein.
Und was ist mit der „Gesundheitskost“?
Die war auch ein Teil der Ernährung. Auf der frühmittelalterlichen Speisekarte erschienen oft Fische. Beliebt waren selbstverständlich auch Gemüse und Obst, von verschiedenen Sellerien bis zu den Äpfeln, Birnen oder Kirschen. Deren Gestalt war jedoch ziemlich unterschiedlich von den heutigen Früchten. Möhre war zum Beispiel ziemlich samenhaltig, gelblich, nicht sehr süß und eher wurzelig. Angebaut wurde sie eher wegen der Samen, die als Gewürze verwendet worden sind.
War Getreide wichtig?
Getreide war eine wichtige Komponente der Ernährung, deswegen musste es richtig verarbeitet und gerieben werden. Heutzutage machen es für uns komplizierte Maschinen, in der Vorgeschichte aber dienten dazu einfache handbetriebene Einrichtungen. Ursprünglich benutzte man die Sattelmühle – eine einfache Steinplatte mit einem oberen bewegten Läufer (auch Reibekugel genannt). Deren Verwendung war jedoch ziemlich mühsam und langwierig. Schlaue Leute, vermutlich die Kelten, haben also kleine Handdrehmühlen erfunden. Das Getreide wird durch ein Loch in den Raum zwischen dem Unterlieger und dem drehenden Läufer geschüttet und an den Rändern fällt dann das gemahlene Mehl aus. Genau solche Handdrehmühlen fand man auch im Burgwall von Chotěbuz und deren Repliken warten auf dich, um ausprobiert zu werden!
Ohne Wasser kann man nicht leben. Und was ist mit den anderen Getränken?
Wussten sie, dass:
Das Bier braute man schon in der Vorgeschichte, vielleicht um 3000 v. Chr., damals enthielt es aber keinen Hopfen und wurde oft mit verschiedenen aromatischen Kräutern abgeschmeckt. Erst seit dem 10. Jahrhundert hat man Hopfenbier gebraut. Dieses war jedoch im Vergleich zu dem heutigen Bier relativ schwach..
Das wichtigste Getränk war Wasser (vor allem fließendes Naturwasser). Dieses hat man jedoch nicht in purer Form getrunken, sondern aus ihm Kräuterabsuden gemacht und es mit süßem Baumsaft abgeschmeckt. Ein besonders wichtiges Getränk war Bier, das einen niedrigeren Gehalt an bakteriellen Keimen aufwies als Wasser und gleichzeitig den Organismus mit wichtigen Nährstoffen und Energie versorgte. Eine wichtige Rolle spielten bei den Slawen natürlich auch Met und Wein.



