Handwerke

Weißt du, was vorgeschichtliche oder frühmittelalterliche Keramik ist und wie sie aussah?

Keramik umfasst Gefäße von verschiedenen Formen und Funktionen, religiöse Skulpturen oder Spielzeuge. Keramik aus der ersten Siedlungsphase in unserem Burgwall (Keramik der Lausitzer Kultur) war zwiebelförmig. Typisch für sie waren zweihenkelige Gefäße, Schüsseln oder einfache Tassen. Keramik der Lausitzer Kultur war noch nicht scheibengedreht, sondern handgeformt. Trotzdem ist die Lausitzer Keramik äußerlich schöner und oft auch qualitätsvoller als die spätere slawische Keramik. Sie war nämlich hartgebrannt, schwarz, bis zum Hochglanz poliert und reichlich mit verschiedenen Mustern und Farben verziert. Sehr selten kommen die Überreste von Bemalung auf Keramik vor. Aus unserem Burgwall kennen wir auch einige solche Funde.

Keramik der Lausitzer Kultur. Hallstattzeit (Foto vom Muzeum Historyczne w Bielsku-Białej)

Keramik der Lausitzer Kultur. Hallstattzeit

Verzierungen der Keramik der Lausiter Kultur (Foto vom Muzeum Těšínska)

Verzierungen der Keramik der Lausiter Kultur

Die bemalte Keramik. Hallstattzeit

Die bemalte Keramik. Hallstattzeit

 

 

 

 

 

 

 

Wellenlinie auf der frühmitellalterlichen Keramik (Foto vom Muzeum Těšínska)

Wellenlinie

Slawischer Keramik. Frühmittelalter (Foto vom Muzeum Těšínska)

Slawischer Keramik. Frühmittelalter

Die slawische Keramik ist auf den ersten Blick grober, obwohl die Slawen schon die Töpferscheibe benutzt haben. Deren Gefäße hatten oft die Form von großen und kleinen Töpfen ohne Henkel und mit einem breiten Hals. Einen typisch slawischen keramischen Gegenstand repräsentierte die sog. Röstpfanne, in der Getreide geröstet und Fladenbrot gebacken wurde. Die slawischen Gefäße waren hartgebrannt und fest, denn die Tonmasse wurde durch die sog. Magerungsmittel aufgebessert (z. B. Stroh). Die Keramik war auch verziert, am meisten mit der sog. slawischen Welle.

Töpfermarke auf der schlawischen Keramik (Foto vom Muzeum Těšínska)

Töpfermarke

An den Gefäßböden befanden sich manchmal auch Töpfermarken, die vielleicht als Unterschriften einzelner Hersteller gedient haben. Auch in Chotěbuz können wir einige Gefäße mit solchen Bodenmarken finden!

 

 

 

Welche andere Materialien wurden verarbeitet?

Axtbarren (Foto vom P. Rajnoch)

Axtbarren

(Foto vom P. Rajnoch)In der Vorgeschichte und im Frühmittelalter benutzte man außer Keramik auch verschiedene Holzgefäße, die jedoch wegen der schnellen Vermoderung von Holz im Boden oft nicht erhalten bleiben. Ebenso selten erscheinen auch Metallgefäße, obwohl Metall ein wichtiges Material gewesen ist. Bei den Slawen war es vor allem das Eisen. In Chotěbuz entdeckte man Belege der Eisenherstellung, z. B. Eisenbarren. Dass du nicht weißt, was ein Barren ist? Es war ein Stück Eisen, das mit seiner Form an eine Axt erinnert hat. In solcher Form wurde das Eisen dann eingelagert oder gehandelt. Außer den Barren fand man im Burgwall auch Schmieden oder Schmelzöfen, die als kleine Iglus ausgesehen haben.