Gestaltung des Burgwalls

Ein typischer Burgwall nutzte zu seiner Verteidigung das natürliche Gelände aus. Er befindet sich also entweder auf Anhöhen, oder in Flussauen.  Chotěbuz-Podobora ist ein Beispiel für den ersteren Typ: Die steilen Hänge der hiesigen Flussterrasse sind ideal für die Verteidigung, die mäßige Seite bietet einen bequemen Zugang und gleichzeitig genug Raum nicht nur für die Erbauung verschiedener Typen von Siedlungsobjekten, sondern auch zur Entwicklung der Verteidigungselemente.

 

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Das befestigte Areal nimmt eine Fläche von etwa 1,7 ha ein. Innerlich ist es in drei Teile gegliedert, die voneinander durch Gräben und Wälle getrennt sind. Diese Wehranlagen schützen auch den ganzen Burgwall.

Auf dem Sporn der Anhöhe befindet sich die sog. Akropolis – die höchstgelegene, am besten verteidigbare Stelle des Burgwalls. Die Hauptbefestigung der Akropolis repräsentierte ein mächtiger Wall im Westen, zusammen mit einem breiten Graben, der die Akropolis von der ersten Vorburg getrennt hat. Die heutige Länge des Walls ist 60 m, die Höhe von dem Boden des Grabens beträgt bis zu 8 m. In einer kleineren Form wurde er aus Erde und Lehm schon in der Vorgeschichte gebaut. Die slawischen Ansiedler haben die Überreste des ersten Walls erhöht und mit einer hölzernen Wehrmauer versehen, deren Rekonstruktion Sie im Archäopark sehen können. Es scheint, als wäre auf der Akropolis eine große Freifläche gewesen, die als ein Sammelplatz für die Krieger gedient hat. An der höchsten Stelle der Akropolis befand sich vermutlich der Sitz des lokalen Herrschers, bislang konnte er aber nicht zuversichtlich nachgewiesen werden.

podoobora 171podoobora 228Den größten Teil des Burgwalls bildet die erste Vorburg mit einer Fläche von 0,77 ha. Ihre Fortifikation erstaunt bis heute mit ihrer Mächtigkeit. Der Wall erstreckt sich in einem breiten Bogen vom Nordwesten nach Südosten, hinter dem Wall befindet sich ein Graben mit einer Breite von 15–17 m, ursprünglich mit scharf zugespitztem Boden. Der Höhenunterschied zwischen dem Graben und der Wallkrone beträgt heutzutage stellenweise 7–7,5 m. Dieser Wall war vermutlich mit einem ähnlichen terrassenartigen Wehrgang versehen, wie man ihn in einer rekonstruierten Form im Archäopark sehen kann. Am Fuß des Walls befanden sich Herstellungs- und Wirtschaftsobjekte: eisenverarbeitende Anlagen, Textilwerkstätten, Vorrichtungen zum Rösten und Trocknen von Getreide sowie zur Aufstallung von Vieh. In der Vorburg wurde auch ein Objekt entdeckt, das als eine Kultstelle interpretiert wird und dessen Rekonstruktion sich heute auf der Akropolis befindet. Es scheint, als hätte sich der Hauptverkehr und das alltägliche Leben gerade in diesem Teil des Burgwalls abgespielt haben.

Der am niedrigsten gelegene Teil der Siedlung ist die zweite Vorburg, wo die Besiedlung am wenigsten intensiv war. Der Wall umgibt diesen Teil in einer Länge von 150 m an der Westseite, im Süden und Südosten setzt er aber nicht fort und reicht nicht bis zum östlichen steilen Hang hin. Da der Graben hier ebenfalls nur seicht und undeutlich ist, nimmt man an, dass dieser Teil der Fortifikation nicht zu Ende gebaut wurde.