Frühmittelalter
Was weißt du über die Slawen auf unserem Gebiet im Frühmittelalter?
Die ersten Slawen sind auf unserem Gebiet etwa in der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts angelangt und hundert Jahre später gründeten sie das Reich des Samo. Dieses Gebilde zerfiel nach dem Tod von Samo. Der nächste Staat der Slawen war Großmähren (833–906/907), das vor allem unter Fürst Svatopluk zum mächtigsten Reich im Ostmitteleuropa wurde.
Wie ist es mit den Slawen und Chotěbuz?
Die Slawen besiedelten die Fundstelle von Chotěbuz-Podobora in der Mitte des 8. Jahrhunderts, d. h. etwa 1200 Jahre nach dem Untergang der hallstattzeitlichen Besiedlung an diesem Ort. Chotěbuz gehörte derzeit zu einer größeren Gruppe von Burgwällen, die Skočov, Landek, Kylešovice, Hradec, oder den wichtigsten Burgwall in Lubom umfasste. Chotěbuz zählte innerhalb dieser Gruppe zu den kleineren Burgwällen, die das Hauptzentrum in Lubom beschützen sollten.
Wie lange haben die Slawen hier gelebt?
Die Slawen haben im Burgwall von Chotěbuz etwa hundert Jahre lang ein ruhiges Leben geführt, bis sie von der Armee des mächtigen Großmährischen Reichs angegriffen wurden. Diese Militärtruppen unternahmen in den 880er Jahren einen Kriegszug gegen den Stammesbund der Wislaner und sind auch durch unseren Burgwall in Chotěbuz durchgegangen. Belege dafür liefern zum Beispiel die aufgefundenen Pfeilspitzen, verkohltes Getreide oder ein Pferdeskelett. Angegriffen und zerstört wurden auch die anderen Burgwälle in der Umgebung. Unser Burgwall blieb jedoch von einer kompletten Zerstörung verschont, denn er befand sich in einer günstigen strategischen Lage, dank welcher Großmähren den hiesigen Teil Schlesiens gut kontrollieren konnte.
Wann endete das Leben im Burgwall?
Wussten sie, dass:
Zu den Sonderfunden der Archäologen zählt vor allem ein perfekt erhaltener Denar des ungarischen Königs Stephan (997–1038). Interessant ist er dadurch, dass er an einer Stelle gefunden wurde, die Spuren von dem Untergang des Burgwalls trägt – das heißt, dass er an diesen Ort entweder nach dem Untergang des Burgwalls, oder in den letzten Jahren seiner Existenz gelangte. Er hilft somit die ungefähre Untergangszeit festzusetzen und belegt gleichzeitig, dass die Handelswege weiterhin durch die Region geführt haben.
Großmähren, mit dem unser Burgwall verknüpft war, zerfiel in der Mitte des 10. Jahrhunderts infolge der inneren Probleme und der Überfälle der Magyaren. Im Unterschied zu Großmähren ist Chotěbuz-Podobora jedoch nicht komplett untergegangen. Belegt ist es durch archäologische Gebrauchsgegenstände aus der Zeit nach der Mitte des 10. Jahrhunderts, die im Burgwall gefunden wurden. Der Burgwall hat jedoch nie mehr seine frühere Bedeutung erreicht. Die Bewohner begannen den Ort allmählich zu verlassen und in die unweite Siedlung auf dem Schlossberg umzusiedeln. Hier baute man einen Burgwall, der zur Grundlage der späteren Burg und Stadt Teschen (Cieszyn) wurde. Die Siedlung in Chotěbuz ist somit etwa in der Mitte des 11. Jahrhunderts durch ein allmähliches Verlassen des Ortes definitiv untergegangen.


